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Geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse können versicherungsfrei sein, wenn das monatliche Entgelt 450 Euro nicht überschreitet – liegt es darüber, dann handelt es sich um ein „normales“ sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis, es werden also Beiträge fällig. Übersteigt das Entgelt 450 Euro nicht und verzichtet der Arbeitnehmer auf die Zahlung eigener Rentenversicherungsbeiträge, so bleibt der Minijob sozialversicherungsfrei.
Nun kann es ja sein, dass die Arbeitszeit eines Minijobbers von Monat zu Monat schwankt, sei es saisonbedingt oder bei Auftragsspitzen. Hier hat der Arbeitgeber verschiedene Möglichkeiten, um flexibel zu reagieren, ohne dass aus dem Minijob ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis wird.      

1. Flexible Arbeitszeiten und flexibles Entgelt

Zu Beginn es Beschäftigungsverhältnisses wird eine sogenannte „vorausschauende Betrachtung“ angestellt. Der Arbeitgeber prüft dabei, ob der Lohn seines Minijobbers innerhalb eines Jahres die Gesamtsumme von 5.400 Euro nicht übersteigt. Ist dies der Fall, dann kann die monatliche Zahlung auch einmal etwas höher ausfallen, ohne dass damit gleich aus dem Minijob eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wird.

Achtung: Bei dieser Variante muss der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit gewahrt bleiben. Will heißen: Arbeitszeit und Entgelt dürfen monatlich zwar schwanken – wenn der Minijobber allerdings zwei Monate Vollzeit arbeitet und den Rest des Jahres zu Hause bleibt, ist die Grenze ganz klar überschritten. Die monatlichen Schwankungen müssen sich also im Rahmen halten, damit es sich um ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis handelt.

2. Arbeitszeitkonten mit festem Entgelt

Eine weitere Möglichkeit ist die Einrichtung von flexiblen Arbeitszeitkonten. Dabei erhält der Minijobber monatlich ein festes Entgelt. Wenn er nun, zum Beispiel aus saisonalen oder auftragsbedingten Gründen, in einem Monat mehr Stunden arbeitet, dann werden diese seinem Arbeitszeitkonto gutgeschrieben und im nächsten Monat entsprechend ausgeglichen. Zu beachten ist dabei, dass dem Konto insgesamt nur so viele Stunden gut geschrieben werden dürfen, wie als monatliche Arbeitszeit vertraglich vereinbart waren. Es geht also nicht, dass dem Konto bei einer vereinbarten Arbeitszeit von 40 Stunden pro Monat mehr als diese 40 Stunden gutgeschrieben sind, ohne dass zwischendurch einmal Stunden abgebaut werden. Auch hier gilt der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit.

ZeitkontenAchtung: Voraussetzung für Arbeitszeitkonten bei Minijobs ist, dass der Minijobber die Gelegenheit hat, das Stundenguthaben auf seinem Konto auch tatsächlich abzubauen. Auch hier gilt die Geringfügigkeitsgrenze von 5.400 Euro im Jahr, und Guthaben auf Arbeitszeitkonten werden auf diese Summe voll angerechnet. Hat der Minijobber also am Jahresende noch ein Guthaben auf dem Konto, und seien es auch nur wenige Stunden, dann ist die Geringfügigkeitsgrenze überschritten. Folge: Es handelt sich nicht mehr um einen Minijob, sondern um ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis, für das rückwirkend Beiträge gezahlt werden müssen.

3. Wertguthabenvereinbarung

Eine weitere Möglichkeit, um bei Minijobs mit Arbeitszeitschwankungen umzugehen, ist eine Wertguthabenvereinbarung mit flexibler Arbeitszeitregelung. Diese Variante ist vor allem für diejenigen Betriebe interessant, die ihre Mitarbeiter saisonbedingt für einen Teil des Jahres freistellen müssen. Hier kann der Minijobber in den Monaten der Beschäftigung mit seiner Arbeitsleistung in das Wertguthaben einzahlen, aus dem ihm dann in der Zeit seiner Freistellung weiterhin ein festes Entgelt gezahlt wird. Der Unterschied zum Arbeitszeitkonto liegt darin, dass bei diesem nur eine Freistellung im Rahmen des Stundenabbaus von höchstens einem Monat möglich ist, während bei der Wertguthabenvereinbarung auch für einen längeren Zeitraum freigestellt werden kann.

Achtung: Eine Wertguthabenvereinbarung muss schriftlich zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer vereinbart werden. Das monatlich weiter gezahlte Entgelt darf dabei 450 Euro im Monat nicht übersteigen.